Zaubertrank Mindestlohn - wohlschmeckend, aber unbekömmlich
 Wolfgang Brune, 2014

Endlich der große Wurf der großen Koalition. Alles ist so einfach: Einkommen gesichert. Armut bekämpft. Und die Folgen? Also, erst mal abwarten. Kommt Zeit, kommt Rat. Auch Aus­sitzen will schließlich gelernt sein.

Aber es gibt doch einige Kotzbrocken, die schwer im Magen liegen. Als da wären: Stellenabbau, Anstieg der Schwarzarbeit, Kapitalflucht, Kreativschwund. Die sind, ohne dass der Staat kompensierend eingreift, unverdaulich.

Nun ist es aber genug. Beinahe alle Leute sind zufrieden mit dem, was wir zustan­de gebracht haben. Allein das zählt.

Wenn die Arbeit verteuert wird, fallen unweigerlich Jobs weg, zumindest solche, die versteuert werden. Das Kapital sucht sich ausländische Anlagen, die einen besseren Ertrag versprechen. Und die kreativen Leute gehen ebenfalls weg – der offene Wett­bewerb um den gut bezahlten Job ist unverzichtbar.

Na, dann müssen wir wohl hier und da einige Löcher stopfen.

Was nur kostet, jedoch nichts bringt. Löcherstopfen geht am Produktivitäts­zuwachs im Land vorbei. Vielleicht sollte man, anstatt beliebig Geldspritzen auszuteilen, einmal versuchen, selbst bescheiden zu sein. Auf einen Teil der Lohnsteuer zu verzichten. Den Lohnempfängern ist es ziemlich egal, ob sie einen höheren Mindestlohn erhalten oder ob sie vom verdienten Lohn weniger Steuern an den Staat abführen müssen. Netto ist die Devise. Die Hauptsache: Es ist mehr Geld im Portemonnaie. Und man bekommt etwas dafür zu kaufen. Der Staat sollte im Übrigen froh sein, wenn sich soviel Leute wie möglich selbst versorgen können und keine Unterstützung brauchen.



 
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