Texte des Autors zur Deflation
 

*Erstmals 2003 in "Beiträge zur universalen wirtschaftlichen Evolution 1" (ISBN 3-937350-00-4) unter "Klopfzeichen: Die Deflation" und "Deflation als labiler Übergangsprozess zwischen zwei stabilen Zuständen der universalen wirtschaftlichen Evolution":

- Die Klopfzeichen sind wahrnehmbar. Ein neues altes Gespenst geistert herum. Der deutschen Wirtschaft droht eine Deflation. Und nicht nur ihr. Aber ihr ziemlich ausgeprägt. Noch wollen das viele Wissenschaftler nicht wahrhaben... Das letzte Mal klopfte die Deflation 1930 zur Weltwirtschaftskrise an die Tür. Sie traf die Verantwortlichen in Deutschland unvorbereitet - und prompt wurden die falschen Maßnahmen ergriffen und die ganze Sache wurde verschlimmert.. Jetzt wird sie uns vermutlich wieder unvorbereitet treffen - einfach weil wir die Probleme nicht sehen wollen... 

- Wachstum ist die Grundbedingung wirtschaftlicher Evolution. In einem lang-periodischen Sättigungszustand ist das Wachstum gesetzmäßig unterbrochen, was - obwohl gesetzmäßig - als eine Wachstumsstörung wahrgenommen wird. Diese Störung ist durch keine Maßnahme, die zum Instrumentarium der bisherigen Wirtschaftsordnung gehört, zu beseitigen. Jeder solche Eingriff in die erreichte Faktorallokation... führt zu keinem Zuwachs an wirtschaftlichem Leistungsvermögen, sondern zu dessen Verringerung...
- Zwischen Produktion und Konsumtion/Investition, die zeitlich nacheinander gelagert sind und sich nur indirekt beeinflussen, gibt es eine ausgeprägte Rhythmusstörung. Damit repräsentiert die Deflation eine anhaltende Störung im Wirtschaftskreislauf. Andere auffällige Begleiterscheinungen der Deflation sind nicht ursächlich, sondern abgeleitet: die Disproportion zwischen Güter- und Geldkreislauf, niedrige, für den Hersteller nicht mehr auskömmliche Preise, eine allgemeine Kaufzurückhaltung, Zahlungsprobleme der öffentlichen Hände, tendenzielles Einfrieren  oder gar  Absenken von Löhnen, anhaltende Arbeitslosigkeit, existenzielle Bankenprobleme usw.
Die entscheidende Erkenntnis, die hier vermittelt werden soll, ist, dass eine solche Deflation nicht ein isoliertes wirtschaftliches Ereignis ist, vielleicht ein Ergebnis schlechter Wirtschaftspolitik, das durch eine andere Wirtschaftspolitik verhindert werden könnte, sondern dass es sich um eine objektive Gesetzmäßigkeit der wirtschaftlichen Evolution handelt...
- ...erweist sich die sich gegenwärtig abzeichnende Deflation zwar einmal als objektiv unvermeidlich (auch mit ihren Negativaspekten), zum anderen aber als Übergang in einen neuen Wirtschaftszustand, der ein bisher nicht gekanntes Wirtschaftswachstum  und wachsenden Wohlstand ermöglicht... 

*Diese Artikel wurden noch einmal in den Sammelband  "Weltsicht nach vorn" 2008 (ISBN 978-3-937350-18-9) aufgenommen.

eMail-Adresse: info@wolfgang-brune.eu